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Kilimanjaro Besteigung

Vom höchsten Punkt in Afrika, Gesängen und Löwen: unser Kilimanjaro-Abenteuer mit Safari und tropischem Finale am Meer

Ein Traum wird wahr. Die Besteigung des Kilimanjaro ist keine normale Reise. Es ist eine Reise an die eigenen Grenzen, die belohnt wird mit magischen Momenten, tiefen Begegnungen und atemberaubender Natur. Eine Reise, die ganz tief ins Herz ging und uns sprachlos machte.

Start in Marangu am Fusse des Kilimanjaro

Unsere Reise begann idyllisch mit dem Besuch des Kilimanjaro Farmhouse von Aktivferien und der lokalen Schule. Die Kinder stimmten für uns das berühmte Kilimanjaro-Lied an, während wir als Schweizer Antwort spontan «es Buurebüebli» vorsangen. Das Lachen der Kinder berührte unsere Herzen. Herrlich, dieser kurze interkulturelle Moment! Hier konnten wir perfekt ankommen, die Ausrüstung sortieren und Kraft tanken. Die Vorfreude war fast greifbar.

Am Berg: «Pole Pole», viel trinken, Jacuzzi und ein leuchtender Sternenhimmel

Endlich geht es los. Der lokale Guide Bryson begrüsst uns zusammen mit seinen drei Assistant Guides. Zusammen mit dem Küchenteam und den Porters besteht unsere Gruppe aus 26 Mitgliedern der lokalen Crew, sieben Gästen und mir als Wanderleiterin!

Langsam, «pole pole», wandern wir los. Der Aufstieg auf den höchsten Berg Afrikas ist wie eine Reise vom Äquator zum Nordpol. Wir wandern in wenigen Tagen durch Regenwald, dann folgen Heide- und Moorland, eine alpine Wüstenzone und zuletzt die arktische Gipfelzone. Wir alle staunen, wie sich die Landschaft täglich komplett verändert. Und dies immer «pole pole».

Wenn man tagelang wandert, ist die Crew das Rückgrat. Und «unsere» lokale Crew war einfach toll – sie half überall mit, motivierte uns und hatte stets ein Lächeln auf den Lippen. Der Zusammenhalt untereinander wuchs mit jedem Tag. Bereits am zweiten Tag konnten wir alle den Kilimanjaro-Song auswendig, was uns den Respekt der Einheimischen einbrachte. Respekt und Toleranz – das lebten wir. Wir waren eine schön durchmischte Gruppe von Jung und Alt. Jeder nahm Rücksicht auf den anderen – so macht ein Gruppentrekking richtig Spass.

Und das Essen? Phänomenal! Es gab täglich heisse Suppen und diverse Gerichte. Nebst «Pole Pole» – auf Suaheli «langsam» – war «trinken» ein weiteres häufig benutztes Wort. Und richtig viel trinken! Chefkoch Paul verwöhnte und überraschte uns mit frischen tropischen Früchten, lokalem Gemüse, Chicken, Beef, Pasta und Reis. Es fehlte wahrlich an nichts. Mit viel Herzblut präsentierte er uns seine kleine, einfache, improvisierte Küche und wir alle rieben uns erstaunt die Augen: Wie ist es nur möglich, auf so kleinem Raum so gut zu kochen?

Immer wieder erwähnt Guide Bryson das Wort Jacuzzi. Und tatsächlich: Nach jeder Ankunft in der Berghütte bekommen wir ein kleines Schüsselchen mit lauwarmem Wasser zum Waschen – Jacuzzi eben.

Ab der Horombo-Hütte auf 3800 m ü. M. wurde es merklich kühler. Eine Bettflasche und ein warmer Schlafsack halfen gegen die kalten Nächte. Und der fast obligatorische Toilettengang mitten in der Nacht war – fast – ein Genuss, belohnt mit einem Sternenhimmel, der so intensiv leuchtete, dass man danach noch ein paar Minuten zusätzlich in der Kälte verharrte. Mega – ich bin sprachlos und staune.

Die Gipfelnacht

Der Countdown läuft. Wir steigen hoch zur Kibo-Hütte auf 4800 m ü. M. Bei einigen machen sich nun doch leichte Höhenprobleme bemerkbar. Doch mit «pole pole», etwas Ruhe und viel Flüssigkeit meistern wir es alle. Bereits um 23.00 Uhr läutet der Wecker. Es geht los.

Stundenlang wandern wir den Berg hoch, jeder in seinen eigenen Gedanken. Ein eindrücklicher Sonnenaufgang am Gilman’s Point entschädigt für jegliche Anstrengung. Weiter geht es Richtung Uhuru Peak und nach fast acht Stunden haben es fast alle geschafft! Bei einigen sehe ich Tränen der Erleichterung, andere geniessen den Moment in Stille. Ein toller, fast unbeschreiblicher Augenblick.

Bald machen wir uns auf den langen Abstieg. Am gleichen Tag geht es noch 2000 Höhenmeter hinunter bis zur Horombo-Hütte, wo wir am Nachmittag erschöpft ankommen.

Abschied und Trägerfest

Zurück in der Lodge in Marangu wurde gefeiert. Beim traditionellen Trägerfest mit Tanz und Bier spürten wir alle eine tiefe Dankbarkeit gegenüber den Guides und den Trägern. Es wurde gelacht und die eine oder andere Tanzeinlage durfte sowohl bei der lokalen Crew als auch bei uns nicht fehlen. Wie die Jungen sagen würden: «Hammer».

Wir alle erhalten ein Kilimanjaro-Zertifikat. Wir dürfen stolz auf das Erreichte sein! Und dann heisst es Abschied nehmen von der lokalen Crew.

Safari-Abenteuer

Schlag auf Schlag geht es weiter. Bereits am nächsten Morgen fahren wir nach Arusha, wo wir in den Safari-Jeep umsteigen. Danach geht es ins Kuhama Camp direkt am Kraterrand des Ngorongoro-Nationalparks. Dieses Camp wurde vor über 20 Jahren von Aktivferien gegründet. Die Freude ist spürbar. Bei einer herrlichen Abendstimmung sitzen wir am Lagerfeuer und freuen uns auf die morgige Pirschfahrt.

Vor Morgengrauen geht es los. Ein Massai-Krieger begleitet uns als «persönlicher Bodyguard» sicher vom Zelt zum Frühstück. Denn es ist nicht erlaubt, bei Dunkelheit alleine herumzulaufen – wilde Tiere!

Die lokale Crew ist einmal mehr sehr herzlich. Besonders Juno, der «kleine» Waiter, strahlt immer, wenn er uns sieht: «I’m a small man – but a strong man.» Solche Begegnungen sind genau das, was bleibt.

Wir verabschieden uns und fahren mit Safariguide Rashid beim ersten Morgenlicht los. Schon nach wenigen Minuten erleben wir das Unfassbare: einen Löwen-Encounter. Zwei ausgewachsene Löwenmännchen kommen direkt auf unseren Jeep zu. Wir könnten sie fast berühren. Die Raubkatzen im goldenen Morgenlicht zu beobachten – magisch.

Danach folgen Tiere ohne Ende: Büffel, Gnus, Elefanten und Nashörner. So viele Tiere aus nächster Nähe zu sehen, übertrifft alle unsere Träume. Es ist megaschön.

Weiter fahren wir in den Tarangire-Nationalpark, bekannt für seine vielen Elefanten. Und auch hier kommen wir aus dem Staunen nicht heraus: Da ist doch tatsächlich ein stinkender Elefant auf Brautschau! Die zwei Tage in der Savanne vergehen wie im Flug. Wir geniessen jeden Augenblick.

Sansibar: Barfuss im Sand und das grosse Finale der «Special Group»

Nach den Staubpisten der Savanne und der Kälte des Gipfels schalten wir um in den absoluten Geniessermodus. Es heisst ja auch Aktivferien und den zweiten Teil, die «Ferien», wollen wir nun wörtlich nehmen. Wir fliegen auf die Gewürzinsel Sansibar. Drei Nächte im Paradies stehen an.

Der Plan klingt denkbar einfach: abschalten, gut essen, viele Drinks, jassen – für die Jungen unter uns – und faulenzen – für die Älteren unter uns. Doch weit gefehlt: Dies gilt nicht für unsere Gruppe, denn sie will mehr.

So besuchen wir das nahe gelegene Dorf und tauchen in das authentische Leben abseits des Resorts ein. Auch hier darf ein Schulbesuch nicht fehlen. Das Leben hier ist stark muslimisch geprägt. Wie vielfältig und spannend Tanzania doch ist.

Im glasklaren Wasser ziehen wir unsere Masken an und entdecken eine farbenfrohe Unterwasserwelt. Das Wasser ist so schön warm, dass wir stundenlang darin baden könnten.

Zu guter Letzt besuchen wir noch Stone Town und schlendern durch die historischen, labyrinthartigen Gassen. Auch ein Marktbesuch darf nicht fehlen. Das Gewusel, die verschiedenen Gewürze und auch die unangenehmeren Düfte lassen uns staunen und ab und zu die Nase zuhalten.

Abschied

Als wir am letzten Abend zusammensitzen und auf das Abenteuer anstossen, wird uns eines bewusst: Was für eine Trekkingreise!

Erst zwei Wochen sind vergangen, seit wir aufgebrochen sind, doch wir haben das Gefühl, einen Monat unterwegs gewesen zu sein. Die Dichte an Eindrücken, Emotionen und Erlebnissen ist kaum in Worte zu fassen.

Diese Reise wird uns für immer in Erinnerung bleiben. Und nicht nur die Bilder bleiben im Kopf: Aus einer Gruppe von Individualreisenden ist die «Special Group» geworden. Wir sind einander sehr ans Herz gewachsen.

Hakuna Matata – Afrika hat ein Stück unserer Seele berührt.

Mit einem Kurzfilm nehmen wir euch noch einmal mit auf unsere Reise.

Wanderleiterin Luzia Manser

Autor – Luzia Manser

Wanderleiterin Aktivferien

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