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Bolivien Reisebericht

Eine traumhafte Reise durch pure Natur: vielfältig, bezaubernd rau, einsam, faszinierend und beeindruckend

wenn wir an Bolivien denken, steigen unzählige Erinnerungen und Emotionen in uns auf. Es ist eine Landschaft von gewaltiger Weite und Vielfalt, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Dennoch wollen wir versuchen, anhand unserer Reise durch Bolivien jene Eindrücke, Gefühle und grossartigen Erinnerungen zu schildern, die wir in diesem faszinierenden Land erlebt haben.

Bolivien besticht durch seine geografische Vielfalt und farbenprächtigen Kontraste: von den gewaltigen Gletschern und Vulkanlandschaften über riesige Seen und Salzpfannen bis hin zur unendlichen Weite des Altiplano. In den Gebirgsregionen der Sierra entdecken wir fruchtbare Täler, erleben den Bergbau und tauchen ein in den artenreichen, lebendigen Dschungel.

Auf unserer Reise begegnen uns farbenfrohe Landschaften; wir erleben die Härte des Klimas und die Einsamkeit in den entlegensten Winkeln. Zudem entdecken wir eine vielfältige Tierwelt, die in diesem Land der extremen geografischen und klimatischen Kontraste auf fast magische Weise überlebt. Hinter jeder Wegbiegung eröffnen sich neue Ausblicke: Lagunen voller Flamingos, Feuchtgebiete (Bofedales) mit Kameliden wie Lamas und Vikunjas, Nandus, Andengänse und -enten sowie Viscachas, die sich an den Felswänden in der Morgensonne wärmen.

Unsere Reise begann auf einer Höhe von 400 Metern in Santa Cruz; von dort aus fuhren wir hinauf nach Sucre auf 2’900 Meter, um mit der Höhenanpassung zu beginnen. Nachdem wir die wunderschöne «Weisse Stadt» Sucre und ihre Umgebung erkundet hatten, stiegen wir weiter auf nach Potosí (4’100 Meter), wo wir die Silbermine Cerro Rico besichtigten. Zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft gehörte der Cerro Rico zu den bedeutendsten Silberlagerstätten der Welt. Die Menge des geförderten Erzes war so gewaltig, dass man – so die Ansicht einiger Historiker – daraus eine Brücke zwischen Amerika und Europa hätte bauen können.

Anschliessend fuhren wir nach Uyuni, besuchten die grösste und für uns wohl schönste Salzwüste der Welt und entdeckten Inseln voller Riesenkakteen, Korallen und versteinerter Algen, die Zeugnis von der geologischen Entwicklung dieser Landschaft über Jahrmillionen hinweg ablegten. Tektonische Bewegungen formten über Jahrmillionen die Hochgebirgslandschaft des Altiplano. Der Salar de Uyuni wiederum entstand aus prähistorischen Seen, die allmählich austrockneten und mächtige Salzablagerungen zurückliessen.

Wir wanderten durch Schluchten und Feuchtgebiete und bestiegen den 5’000 Meter hohen Gipfel des Vulkans Tunupa; von dort aus breitete sich die Unendlichkeit des Salar de Uyuni vor uns aus – wie ein Wolkenmeer, aus dem die Inseln wie Berggipfel hervorlugten.

Nachdem wir den riesigen Salar de Uyuni, den Salar de Coipasa, die flamingoreichen Lagunen im Nationalreservat Eduardo Avaroa, dampfende Schlammgeysire, Wüsten und Thermalquellen besucht hatten, erreichten wir Quetena Chico. Dort bestiegen wir am nächsten Tag – inzwischen gut akklimatisiert – den 6’020 Meter hohen Vulkan Uturunco.

Schliesslich reisten wir nach Norden und besuchten die beeindruckende Stadt La Paz vor der gewaltigen Kulisse der Cordillera Real. Besonders hervorzuheben sind hier der 6’430 Meter hohe Illimani und der wunderschöne, schneebedeckte Huayna Potosí (6’088 m). Diesen bestiegen wir am letzten Tag unserer Reise, nachdem wir zuvor den riesigen Titicacasee besucht und eine Wanderung auf der Sonneninsel (Isla del Sol) – der Wiege der Inka – unternommen hatten. Vom Gipfel des Huayna Potosí aus konnten wir den Titicacasee, die Städte El Alto und La Paz sowie zahlreiche weitere Gipfel der herrlichen Cordillera Real überblicken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es nur wenige Länder gibt, in denen so vielfältige Landschaften aufeinandertreffen und so starke Emotionen geweckt werden wie in Bolivien – ein Land, in das wir jederzeit gerne zurückkehren würden.

Alex Koller, Bergführer

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