Tanzania begleitet mich seit vielen Jahrzehnten. Ich durfte unzählige Male durch dieses faszinierende Land reisen, Menschen kennenlernen, Landschaften entdecken und die einzigartige Tierwelt erleben. Umso mehr freut es mich, künftig als Botschafter der Freunde der Serengeti tätig zu sein.
Eine Verbindung, die vor 35 Jahren begann
Den Gründer der Freunde der Serengeti, David Rechsteiner, lernte ich vor rund 35 Jahren in Tanzania kennen. Seine Geschichte ist aussergewöhnlich: Als junger Gärtner aus dem Zürcher Oberland fuhr David einst mit seiner Vespa nach Tanzania und blieb schliesslich in Arusha auf einer Kaffeefarm am Fusse des Mount Meru.
Schon früh setzte er sich mit grossem Engagement für den Schutz der Natur ein. Gemeinsam mit Professor Bernhard Grzimek kämpfte er für den Erhalt der Serengeti. Doch auch der Tarangire lag ihm am Herzen. David gehörte zu den Menschen, die sich dafür einsetzten, dass dieses Gebiet geschützt wurde und schliesslich zum heutigen Tarangire-Nationalpark werden konnte.
Damals wurde die Wilderei zu einer immer grösseren Bedrohung. Es ging ganz konkret um das Überleben der einmaligen Tierwelt Tanzanias. Gemeinsam mit Schweizer Freunden gründete David vor über 40 Jahren die Freunde der Serengeti.
Das Ziel war von Anfang an klar: möglichst unkompliziert und direkt dort helfen, wo Unterstützung gebraucht wird. Kein grosser administrativer Apparat, sondern konkrete Projekte vor Ort. Bis heute engagieren sich die Verantwortlichen des Vereins ehrenamtlich.
David ist vor einigen Jahren verstorben. Sein Sohn Alex führt sein Lebenswerk in Tanzania weiter. Als Afrikadelegierter der Freunde der Serengeti lebt er vor Ort, kennt die Bedürfnisse der Ranger und Nationalparks und begleitet die unterstützten Projekte persönlich.
Alex kenne ich ebenfalls seit Jahrzehnten. Umso mehr hat es mich gefreut, als er mich gemeinsam mit dem Verein fragte, ob ich Botschafter der Freunde der Serengeti werden möchte.
Die Serengeti aus einer neuen Perspektive
Wie wichtig der Erhalt dieser Landschaft ist, wurde mir im vergangenen Herbst nochmals auf ganz besondere Weise bewusst. Gemeinsam mit Alex und meiner Tochter Carina durfte ich die Region aus der Luft erleben. Während unseres Fluges kontrollierte Alex verschiedene Wasserstellen und Wassergebiete, die für die Wildtiere von grosser Bedeutung sind, und verschaffte sich einen Überblick über deren aktuellen Zustand.
Diese Welt einmal von oben zu sehen, hat mich tief beeindruckt. Die enorme Weite, die scheinbar unberührte Natur und gleichzeitig das Wissen darum, wie empfindlich dieses Ökosystem ist, haben mir nochmals vor Augen geführt, was hier geschützt werden muss. Es war einer dieser Momente, in denen einem bewusst wird, wie aussergewöhnlich diese Landschaft ist – und wie wichtig es ist, Verantwortung für ihren Erhalt zu übernehmen.
Naturschutz und Tourismus gehören zusammen
Eine meiner wichtigsten Aufgaben sehe ich darin, Brücken zu bauen. Zwischen Tanzania und der Schweiz, zwischen Reisenden und den Menschen vor Ort – und auch zwischen Tourismus und Naturschutz.
Denn Tanzania funktioniert anders als die Schweiz. Das wurde während der Pandemie besonders deutlich. Als die Touristenzahlen einbrachen, nahm die Wilderei in gewissen Gebieten wieder zu. Gleichzeitig fehlten wichtige Einnahmen für den Schutz der Natur.
Für mich zeigt dies deutlich: Gut gemachter Tourismus und Naturschutz sind keine Gegensätze. Im Gegenteil. Reisende tragen mit ihren Nationalparkgebühren wesentlich dazu bei, dass Schutzgebiete erhalten, Ranger beschäftigt und Wildtiere geschützt werden können.
Tanzania zählt wirtschaftlich nicht zu den reichen Ländern und stellt dennoch einen beträchtlichen Teil seiner Landesfläche als Nationalparks und Schutzgebiete unter Schutz. Einige dieser Gebiete sind grösser als die gesamte Schweiz.
Ein wichtiger Teil dieser Arbeit sind für mich auch die Beziehungen, die über viele Jahre gewachsen sind. Insbesondere zu den Massai-Gemeinschaften rund um die Schutzgebiete konnten wir langjährige und persönliche Kontakte aufbauen. Dieses gegenseitige Vertrauen ist wertvoll, denn nachhaltiger Naturschutz kann langfristig nur funktionieren, wenn auch die Menschen einbezogen werden, die unmittelbar an den Grenzen der Nationalparks leben. Dank dieser Beziehungen können wir Kontakte schaffen, Menschen miteinander verbinden und den Austausch zwischen den verschiedenen Beteiligten fördern. Denn der Schutz der Natur und die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung müssen gemeinsam gedacht werden.
Auf meinen Reisen erlebe ich immer wieder, wie unterschiedlich unsere Welten sind. Und ich denke dabei gerne an einen Satz, der Alexander von Humboldt zugeschrieben wird:
«Die schlimmsten aller Weltanschauungen haben Leute, die die Welt nie angeschaut haben.»
Reisen bedeutet für mich deshalb weit mehr, als schöne Landschaften und wilde Tiere zu sehen. Reisen schafft Verständnis. Es bringt Menschen zusammen und lässt uns Zusammenhänge erkennen, die aus der Ferne oft schwer nachvollziehbar sind.
Hinter die Kulissen schauen
In meiner neuen Aufgabe möchte ich in den kommenden Jahren noch stärker hinter die Kulissen schauen. Gemeinsam mit den Freunden der Serengeti werde ich Projekte besuchen, mit den Menschen vor Ort sprechen und diese Erfahrungen weitergeben.
Auch unsere Gäste von Aktivferien möchte ich dafür sensibilisieren, welchen Beitrag wir als Reisende leisten können. Vielleicht entsteht dadurch bei der einen oder dem anderen der Wunsch, sich selbst für den Erhalt dieser aussergewöhnlichen Natur einzusetzen.
Für mich persönlich ist es ein grosses Privileg, mich nach all den Jahren, die ich Tanzania bereisen durfte, noch stärker für den Erhalt dieser einzigartigen Tierwelt und Natur engagieren zu können.
Dabei helfen mir auch die vielen persönlichen Kontakte, die über Jahrzehnte entstanden sind – zu Menschen vor Ort ebenso wie zu Entscheidungsträgern. Denn am Ende sind es genau diese Verbindungen, aus denen konkrete Projekte entstehen können.
Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe und darauf, künftig noch mehr über die Arbeit der Freunde der Serengeti und unsere gemeinsamen Projekte berichten zu können.
Spendekonto Freunde der Serengeti:
Zürcher Kantonalbank
ZKB IBAN:
CH51 0070 0115 5000 3297 1
SWIFT: ZKBKCHZZ80A



